Sichteinlagen

Sichteinlagen ist ein Begriff der in der jüngeren Vergangenheit deutlich an Bekanntheitsgrad dazu gewonnen hat. Sichteinlagen einer Bank sind die für den alltäglichen Zahlungsverkehr zwingend jederzeit bereit gehaltenen Geldmittel einer Bank – also im Normalfall die kumulierten Girokontenguthaben aller Kunden einer Bank. Allerdings wird der Umgang mit Sichteinlagen in der Praxis ein wenig anders gehandhabt.

Sichteinlagen in wirtschaftlich schlechten Zeiten

Während einer ruhigen Phase der Wirtschaft und des Finanzmarktes, also im besten Fall in der Phase eines Aufschwungs, liegt ein bestimmter Anteil der Girokontenguthaben (Sichteinlagen) unangetastet dauerhaft auf den Konten. Dies nennt man „Bodensatz der Sichteinlagen“ und dieser beläuft sich je nach Bankengröße und Zusammensetzung des Kundenkreises sehr schnell auf sehr hohe Beträge, die die Bank natürlich gern für ihre eigenen Investitionszwecke nutzen möchte. Gesetzlich darf sie das auch bis zu einer bestimmten Höhe.

Der “Run” in Krisenzeiten kann das Aus für eine Bank bedeuten

Wenn ein plötzlicher Kurssturz an den Börsen alles ins Wanken bringt, neigt der durchschnittliche Bürger dazu, seine Barreserven als Bargeld aufzubewahren. Es setzt ein so genannter Run ein. Wenn alle Kunden einer Bank zügig ihre Sichteinlagen einfordern und zusätzlich noch ihre kurzfristig auflösbaren Guthaben ausbezahlt haben wollen, ist eine Bank schnell in der Not einer Zahlungsunfähigkeit. Die Höhe der Sichteinlagen gibt dem Kunden der Bank also Auskunft darüber, ob er im Zweifelsfall tatsächlich sein Geld von der Bank bekommt.

Für den absoluten Notfall ist eine Bank überdies verpflichtet, selbst Sichteinlagen bei der Zentralbank zu halten.

Sichteinlagen sind durch Banken abgesichert

Aus der Kundenperspektive sind nach aktueller Gesetzeslage mindestens 90 % der Sichteinlagen abgesichert, allerdings maximal bis zu einem Betrag in Höhe von 20.000 Euro. Das sollte für einen Großteil der Bevölkerung genug Sicherheit sein. Für diese Zahlungen haftet im Falle der Zahlungsunfähigkeit der betreffenden Banken der Staat. Als gegen Ende des ersten Jahrzehnts dieses Jahrtausends einige Banken aufgrund der anhaltenden Finanzmarktkrise und offensichtlich zu riskanten Investitionen der Banken in Zahlungsschwierigkeiten gerieten, weitete der Staat die Absicherung der Sichteinlagen auf unbegrenzte Höhe zum Schutz der Bankkunden aus.